Marguerite Hersberger
Zwischenräume
17. Mai bis 27. September 2026
Ausstellungseröffnung: Samstag, 16. Mai 2026, 17 Uhr

Marguerite Hersberger hat in den vergangenen Jahrzehnten ein konstruktives Œuvre von großer atmosphärischer Sinnlichkeit entwickelt. Ein präzises geometrisches Bildvokabular und eine cleane Werkgestaltung, wie man sie von der konkreten Kunst oder vom Minimalismus her kennt, verbinden sich in ihren Arbeiten mit pulsierenden Farb- und Formkonstellationen. Auch wenn sich die Werkgruppen der Künstlerin klar voneinander abgrenzen, zeigt sich doch hinsichtlich ihrer Beschäftigung mit dem Thema Raum wie auch mit Blick auf das von ihr bevorzugte Material Acrylglas eine enorme Beständigkeit. Konsistent ist ihr Schaffen auch, weil es durchweg auf gleichbleibenden Gestaltungsprinzipien basiert: Die Beschränkung auf elementare Formen und Strukturen zählt ebenso dazu wie das raumbildende Spiel mit Transparenz, Farbe, Licht und Schatten.

Nach einer Phase des Experimentierens mit kleinen, kantigen Acrylprismen, die das einfallende Licht brechen, setzte Hersberger das transparente Kunststoffglas bald schon vor allem in Form von Scheiben ein. Seit den frühen 1970er-Jahren gestaltet sie daraus Wandkästen und Bildobjekte mit einsehbarer Vorderseite. Sie variiert darin jeweils ein bestimmtes Thema nach eigenen Spielregeln. Während sie bei ihren Polissagen die Acrylglasfront mithilfe einer eigens entwickelten Schleiftechnik aufraut und so den Blick in ein Werk hinein geheimnisvoll verschleiert, arbeitet sie bei den Lichtpinseln mit lichtleitenden Glasfasern. In den Pliagen wiederum lotet die Künstlerin das Prinzip des Faltens aus, und in ihren jüngsten Werkreihen „malt“ sie sogar mit farbigen Schatten. Durch die Überblendung von vorderer und hinterer Bildebene verschmelzen die Farbformen dieser und anderer Arbeiten zu neuen Konfigurationen. Dank des vorhandenen Zwischenraumes entstehen vibrierende Gefüge, die sich je nach Lichteinfall und Perspektive dynamisch verändern; zugleich verschwimmen in diesen Werken die Grenzen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität.
Die Schau bietet mit rund 50 Wandobjekten und einigen Plastiken einen vielfältigen Einblick in Marguerite Hersbergers freie künstlerische Arbeit von den späten 1960er-Jahren bis heute. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist eine monumentale Wandinstallation, mit der die Künstlerin das Foyer des Museums eindrucksvoll bespielt.


Biografie
| 1943 geboren in Basel |
| 1964–66 Besuch der Kunstgewerbeschule Basel, Schwerpunkt Bildhauerei |
| 1967–1970 wohnhaft in Paris, Mitarbeit im Atelier des Bildhauers François Stahly |
| 1970 Umzug nach Zürich |
| 1971 erste Einzelausstellung in Amsterdam |
| 1972 Assistentin von Camille Graeser |
| 1974, 76 Kunststipendium der Stadt Zürich |
| 1975, 76, 77 Kunststipendium des Kantons Zürich |
| 1978 Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis |
| 1980–2021 rund fünfzig realisierte Kunst-am-Bau-Projekte im In- und Ausland |
| 1981–2002 Mitglied der Sammlungskommission und seit 1989 des Vorstandes der Zürcher Kunstgesellschaft, Kunsthaus Zürich |
| 1982–94 Mitglied der Kulturförderungskommission des Kantons Zürich |
| Die Künstlerin lebt und arbeitet in Zürich. |
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