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Laurenz Theinert
Fehlende Dunkelheit

5. Mai bis 15. September 2024

 

Ausstellungseröffnung: Samstag, 4. Mai, 17 Uhr

 

Die Ausstellung gibt einen Einblick in Laurenz Theinerts Œuvre, das Licht-Klang-Performances, Lichtkunst und fotografische Arbeiten umfasst. Neben fünf Lichtinstallationen werden in der Schau Fotografien aus verschiedenen Werkreihen gezeigt.

 

Der Stuttgarter Künstler strebt in seinem Schaffen nach einer reduzierten Bildsprache, die sich ohne erkennbaren Bezug zur Gegenstandswelt entfaltet. In seinem fotografischen Werk geht es ihm nicht um das Abbilden von Wirklichkeit. Seine Fotografien dokumentieren nichts; sie sind weder narrativ noch repräsentieren sie etwas. Die sichtbare Welt ist für Theinert nur der Ausgangspunkt, um mit den Mitteln der Fotografie das Medium selbst sowie raumzeitliche Prozesse zu untersuchen, etwa den Perspektivwechsel oder sich verändernde Farbeindrücke. Ergebnis seiner eher intuitiven als planmäßigen Recherchen sind Bilder von großer gestalterischer Klarheit.

 

Bei seinen Randerscheinungen kehrt Theinert den konventionellen Blick des Fotografen um: Statt sich auf ein zentrales Motiv zu konzentrieren, legt er das Augenmerk auf die für gewöhnlich unbedeutende Peripherie des Sichtfelds. In den mehrteiligen fotografischen Reihen Every now and then und Tagundnachtgleiche thematisiert er hingegen den Wandel von Farb- und Helligkeitswerten in unterschiedlichen Lichtsituationen. Bei den Farbresten geht es schließlich um das Sichtbarmachen von Farben, die selbst im grauesten Grau einer Betonwand oder Mauer enthalten sind und vom Künstler per digitaler Bildbearbeitung zu psychedelischen Farbkompositionen gesteigert werden.

Der Wunsch, eine entmaterialisierte, dynamische Kunst zu schaffen, führte Theinert zur Lichtkunst. Mithilfe von Licht als Gestaltungsmittel gelingt es ihm, wechselnde Farbeindrücke zu erzeugen und Bewegung zu suggerieren. Sein begehbarer Farblichtraum verdeutlicht dies mit seinen scheinbar sanft pulsierenden Wänden ebenso wie die Arbeiten Awakening und Gespinst, die sich mit dem Rhythmus des Lichts verändern. Zugleich treten diese weiß leuchtenden Installationen in einen Dialog mit vorhandenen architektonischen Strukturen, die mal scharf nachgezeichnet und betont, mal visuell aufgebrochen und neu definiert werden. Dass die sichtbare Welt vom Licht bestimmt ist und nur mit ihm zusammen existiert, wird in Laurenz Theinerts Werk eindrücklich erfahrbar.

 

Biografie

1963 geboren in Hannover
1985–92 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der University of Leicester (GB); Diplom in Produktdesign
Seit 1992 Fotografie, Lichtinstallationen
2001 Vertretungsprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Fachbereich Architektur (Die Kunst des Ausstellens)
2006/07 Atelierstipendium, Künstlerhaus Stuttgart
2007/08 Artist in Residence, Fermynwoods Contemporary Art, Brigstock (GB)
Seit 2008 Licht-Klang-Performances
2008 Visual Music Award des Instituts für Neue Medien, Frankfurt am Main
2009 Förderpreis des Verbands Bildender Künstlerinnen und Künstler Baden-Württemberg
2018 Kavalierhaus-Stipendium, Langenargen
Der Künstler lebt und arbeitet in Stuttgart.

 

Film zur Ausstellung

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