Heavy Metal
Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter
17. Mai bis 27. September 2026
Ausstellungseröffnung: Samstag, 16. Mai 2026, 17 Uhr

Metall gehört zu den bedeutendsten Werkstoffen der konstruktiv-konkreten Kunst. Sowohl seine diversen Verarbeitungsmöglichkeiten als auch seine variierenden Erscheinungs- und Verhaltensweisen inspirieren seit den Anfängen der Geometrischen Abstraktion zu neuen Gestaltungsformen und ästhetischen Konzepten. Die Ausstellung Heavy Metal widmet sich nun mit rund 50 Werken aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter dem künstlerischen Umgang mit diesem facettenreichen Material und spannt einen Bogen über die Geschichte der konstruktiven Kunst der letzten 70 Jahre.
Ob Stahl, Aluminium, Kupfer oder Eisen – jedes Metall besitzt einzigartige Merkmale und Eigenschaften. Seine Farbigkeit, Struktur, Festigkeit und Elastizität, verbunden mit einer Vielzahl an Bearbeitungs- und Einsatzformen, bieten große gestalterische Freiheiten. Mithin verdeutlicht das Spektrum der Ausstellung, wie konträr Kunst aus und mit Metall aussehen kann: Sie zeigt massive körperliche Präsenz oder reduziert sich auf ein feingliedriges Gerüst. Sie wird von einer samtigen Rostschicht umhüllt oder lässt Licht und Schatten auf ihren Oberflächen tanzen.
Ein silbriges Aluminiumrelief (1958) von Heinz Mack markiert den chronologischen Auftakt der Schau; es ist zugleich beispielhaft für eine Reihe von Werken, die sich beim aktiven Betrachten in eine flirrend-fließende Erscheinung verwandeln. Martin Willing indes setzt sich auf experimentelle Weise mit dem Phänomen Bewegung auseinander: Seine Arbeiten aus hochfesten Materialien wie Titan und Weldural veranschaulichen das spezifische Schwingungsverhalten von Metall. Standardisierte, industriell hergestellte Produkte wie Nägel oder Bewehrungsstahl werden hingegen oft in seriellen Strukturen verwendet, beispielsweise von Günther Uecker, Manuela Tirler oder François Morellet. Der besondere Reiz ihrer Arbeiten liegt in der Spannung zwischen dem Wiedererkennen dieser Baumaterialien und deren Aufgehen in einem neuen, künstlerischen Formzusammenhang. Kirstin Arndt und Jim Lambie schließlich machen sich die nahezu beliebige Formbarkeit von Aluminiumblech zunutze. Die fröhlich-verspielte Ästhetik ihrer farbintensiven Bildreliefs sorgt einfach für gute Laune.


Ausstellungsbeteiligte:
Sonja Alhäuser, Madeleine Dietz, Erich Hauser, Imi Knoebel, Jim Lambie, Camill Leberer, Heinz Mack, Christian Megert, Gerold Miller, François Morellet, Ben Muthofer, Otto Piene, Thomas Rentmeister, Dieter Roth, Manuela Tirler, Günther Uecker, Martin Willing u. v. a.

