Ottmar Hörl
Besenstücke, 1998

Besen, Aluminium, 25 x 25 x 9 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015 

 

Ottmar Hörl beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit der Ästhetik der Alltagskultur. Er definiert den Begriff Skulptur als »Organisationsprinzip« und entdeckt dieses Prinzip in seiner Umgebung. Eine Möglichkeit der Organisation ist die Standardisierung. Ob Hängeregister oder Pfandflasche - ein Großteil der Gegenstände des täglichen Gebrauchs ist normiert.
Die Arbeit "Besenstücke" ist zusammengesetzt aus vier quadratischen Teilen tatsächlicher Besen, wie sie in jedem Fachgeschäft zu erwerben sind. Dennoch handelt es sich hier nicht um ein Ready-made, denn der Gegenstand selbst wird nicht zum Kunstwerk erklärt. Erst die Auswahl und das Zusammenfügen unter ästhetischen Gesichtspunkten transformiert das Profane in Kunst. Die Wahrnehmung des Betrachters wird auf die Besonderheit des Gewöhnlichen gelenkt, aber auch auf dessen Austauschbarkeit und damit die Nichtexistenz des Individuellen. Das Leben unterwirft sich einer DIN-Norm.

 

 



1950 geboren in Nauheim  
lebt und arbeitet in Nürnberg und Wertheim