Karl-Heinz Adler

Folienschichtung über kleinen Quadraten auf diagonal geteilter Quadratfläche, 1977–79

Folie, Papier, Collage 59 x 59 cm

 

 

 

1927   geboren in Remtengrün/Vogtland  

lebt und arbeitet in Dresden


Die „Schichtungen“ bilden neben den „Seriellen Lineaturen“ Karl-Heinz Adlers zentrale Werkgruppe, an welcher er seit 1957 in den Materialien und Techniken Papier, Glas, Spanplatte, Aquarell, Malerei sowie in Metall und Beton gearbeitet hat. In den 1970er und 1980er Jahren schuf er unter dem Titel „Folienschichtungen“ eine Serie von Collagen in Schwarz und Weiß – teilweise mit einer weiteren Farbe – die zu seinen subtilsten Arbeiten gehören. Ihre charakteristische Wirkung erhalten sie durch die gestaffelte Überlagerung von Quadraten aus weißer transparenter Folie.

Karl-Heinz Adler sieht seine künstlerische Arbeit als eine Art philosophische Weltbetrachtung unter Verwendung sparsamer bildnerischer Mittel. Es geht darum, den ewigen Kreislauf zwischen Chaos und Ordnung zu zeigen, indem das Bild imaginär zerteilt und wieder neu zusammengefügt wird. Er gehört zum kleinen Kreis jener konstruktiv-konkreten Künstler der auf Hermann Glöckner folgenden Generation, die in der DDR nach der Formalismusdebatte der frühen 1950er Jahre im Verborgenen arbeiteten.