Jessica Centner
Texas ist der Grund, 2005/06

Kunststoffbausteine, MDF, Lack 
16-teilig, unterschiedliche Maße

 

 

 

1971 geboren in Ludwigshafen
lebt und arbeitet in Berlin 


Im US-Bundesstaat Texas liegt mitten in der Wüste der Ort Marfa. Er war die Wirkungsstätte des Künstlers Donald Judd, einem der Protagonisten der Minimal Art. Mit dem Titel ihrer Stelenkomposition erweist Jessica Centner dem Großmeister des Minimalismus ihre Reverenz. Die Auseinandersetzung mit zentralen Entwicklungssträngen der Kunst des 20. Jahrhunderts, vor allem der Konzeptkunst und der Minimal Art, ist für das Werk der Künstlerin von Bedeutung. Jessica Centner arbeitet konzeptuell; sie beschäftigt sich mit Malerei, Bildhauerei/Installation und der Verbindung dieser Bereiche.
„Texas ist der Grund“ besteht aus acht monochromen Stelen in den Farben Weiß, Schwarz, Grau, Blau, Rot, Orange, Gelb und Grün. Sie setzen sich jeweils aus einem Sockel und einer Skulptur in Form eines Turms zusammen, die sich voneinander im Material und in der Oberfläche, nicht aber in der Grundfläche und der Farbe unterscheiden. Die Skulptur ist – ganz in der Tradition des Minimalismus – aus industriell gefertigten Teilen zusammengebaut: in diesem Falle aus farbigen Legosteinen. Die Grenze zwischen Skulptur und Sockel ist hauchdünn, und es ist eben gerade die Frage nach dem Verhältnis zwischen Kunstwerk und Sockel, welche die Künstlerin in ihrer Arbeit aufwerfen möchte.
Jessica Centner platziert ihre Arbeit im Raum analog der möglichen farblichen Komposition eines Bildes. Die Positionierung der Stelen ist genau auf den Ausstellungsraum, dessen Ausrichtung beziehungsweise Eingangssituation abgestimmt. Es ist ihr wichtig, dass es einen möglichen Standpunkt gibt, von dem aus alle Stelen ohne Überschneidungen in einer Flucht sichtbar sind. Die farbliche Verteilung der einzelnen Stelen ist dabei zufällig, denn sie werden in der Reihenfolge aufgestellt, in der sie beim Aufbau aus der Verpackung kommen.