Josef Albers

Rarefied, 1964

Öl auf Hartfaserplatte,

60 x 60 cm © The Josef and Anni Albers Foundation/
VG Bild-Kunst, Bonn 2011

 

Josef Albers, der Lehrer am Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin war, emigrierte 1933 in die USA und führte dort als Künstler und Kunstpädagoge die Tradition der systematischen Erforschung von Farbe und Form in der Malerei fort. Von 1950 bis zu seinem Lebensende befasste er sich mit der Wirkungsweise von Farben in seiner großen Serie von Gemälden mit dem Titel "Homage to the Square". All diesen Arbeiten liegt das gleiche Motiv und Gestaltungsprinzip zugrunde: Drei oder vier Quadrate scheinen leicht verschoben übereinander zu liegen. Ihre Lage folgt festen Regeln: Die Höhe der Farbstreifen unter dem zentralen Quadrat entspricht der Strecke 1, deren Länge an den Seiten verdoppelt und im oberen Bildbereich verdreifacht wird. Dank dieser asymmetrischen Anordnung scheint sich ein Bildraum zu öffnen, den Albers dazu nutzte, mit der räumlichen Wahrnehmung von Farbe und deren Ausdruckskraft zu experimentieren. Im Mittelpunkt seiner theoretischen Überlegungen stand vor allem die Interaction, also die Wechselwirkung von Farben untereinander und deren Veränderung in Intensität und Kontrast durch die jeweilige Umgebung.

Besonders durch dieses Spätwerk übte Josef Albers einen nachhaltigen Eindruck auf die Entwicklung der abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg aus.

 

1888   geboren in Bottrop  
1976   gestorben in New Haven, Conn./USA