Szene Ungarn

13. Oktober 2019 bis 19. April 2020 


Mit der Ausstellung Szene Ungarn wirft das Museum Ritter ein Schlaglicht auf die spannenden Facetten der aktuellen geometrischen Kunst aus Ungarn. In einer Auswahl von über sechzig Werken widmet sich die Schau den Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre und stellt mit vierzehn Künstlerinnen und Künstlern sowohl etablierte wie auch jüngere Positionen aus Budapest und Region vor. Dabei veranschaulicht die Präsentation, wie eine nach konstruktiven, systematischen oder repetitiven Prinzipien eingesetzte elementare Bildsprache eine beeindruckende Variationsbreite an kreativen Ideen und Entwürfen hervorbringen kann.

Blickt man zurück auf das vergangene Jahrhundert, waren es insbesondere auch ungarische Avantgarden wie der Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy und der Dichter, Publizist und Maler Lajos Kassák, die eine nach Klarheit und Reduktion strebende abstrakte Kunst nachhaltig mitgeprägt haben. Ihre experimentellen Schöpfungen und theoretischen Ausführungen stellen für mehrere jüngere Künstler der Ausstellung ganz unverkennbar zentrale Orientierungspunkte dar.

Eine nächste Welle der künstlerischen Neuerungen, die bis heute ihre Wirkungen zeigt, setzte in einer Phase der politischen Öffnung ein: So wandte sich im Ungarn der Sechzigerjahre eine ganze Generation an progressiven Künstlern der puristischen Bildsprache der Farbfeldmalerei zu oder gestaltete ihre Werke auf der Basis von konzeptionell-seriellen Vorgehensweisen.

Auch wenn die Ausstellung Szene Ungarn vordergründig nach länderspezifischen Zusammenhängen sucht, kann eine so betitelte Schau angesichts einer globalisierten Gegenwart nicht danach fragen, wie sich der „ungarische Charakter“ in der Kunst niederschlägt. Vielmehr stellt sie einen Ausschnitt aus einer Vielzahl an geometrischen Praktiken vor, die aus dem Zusammenwirken von einer gemeinsamen soziokulturellen Herkunft und einem individuellen Fundus an Erfahrungen, Ideen und Intentionen zu völlig eigenständigen ästhetischen Lösungen in der Malerei, Zeichnung, Objektkunst und Fotografie führen.

Ausstellungsbeteiligte:

Imre Bak, Levente Bálványos, László Zsolt Bordos, Árpád Forgó, Tibor Gáyor, István Haász, Tamás Kaszás, Károly Keserü, Ádám Kokesch, Dóra Maurer, István Nádler, Eszter Poroszlai, Anikó Robitz, Kamilla Szíj

Abbildungen:
István Haász , Structura Solida IV, (Detail), 2000
Árpád Forgó, 6K1NP1NN2F, 2016
Dóra Maurer, Hemisphärische Drillinge, 2001
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