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Hommage à la France
Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter

5. Mai bis 15. September 2024

 

Es verwundert nicht, dass das Manifest der konkreten Kunst 1930 ausgerechnet in Paris erschien, war die französische Hauptstadt doch zu jener Zeit das führende Zentrum der internationalen Abstraktion. „Konkrete Malerei, nicht abstrakte, weil nichts konkreter, nichts wirklicher ist als eine Linie, eine Farbe, eine Fläche“, definierte Theo van Doesburg die noch junge Kunst in der Zeitschrift Art concret. Auch nach 1945 ging von der Metropole Paris eine Strahlkraft aus, die zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland an die Seine lockte. Hier konnte man auf den Ideen der Vorkriegszeit aufbauen, während zugleich eine neue Generation heranwuchs, die Intuition und subjektiven Ausdruck in der Kunst ablehnte und stattdessen einen objektiv-wissenschaftlichen Ansatz verfolgte.

 

Die Ausstellung Hommage à la France widmet sich mit Blick auf die Sammlung den verschiedenen Stimmen der konkreten Kunst in Frankreich. In der Werkauswahl, die fast ein ganzes Jahrhundert umfasst, lässt sich der rege Austausch innerhalb der eng vernetzten Künstlerschar gut ablesen. Der Schwerpunkt der Schau liegt auf Werken der Malerei, ergänzt um Reliefs, Objekte sowie lichtkinetische und installative Arbeiten. Ein Großteil der Exponate entstand in den drei Dekaden nach 1945, worin sich gewissermaßen auch die enorme kulturelle Blüte jener Epoche widerspiegelt.

 

Neben einer Vielzahl von farbenfrohen Malereien von Auguste Herbin bis Leo Breuer präsentiert die Ausstellung verschiedene Bild-Objekte, deren Farben, Formen und Strukturen sich im Dialog mit der Betrachterbewegung verwandeln. In den Werken Victor Vasarelys dagegen kann man erleben, wie der Vater der Op-Art mit einfachen Elementen die Bildfläche in scheinbare Schwingung versetzt. Systematik und Forschergeist prägen auch die Arbeiten der Groupe de Recherche d’Art Visuel (GRAV). Beispielsweise setzt François Morellet den Zufallsgenerator ein, um ein Bild mit flirrender Wirkung zu erzeugen. Ein weiterer Ausstellungsbereich verdeutlicht schließlich, wie die radikale Reduktion von Farbe und Form in Anlehnung an De Stijl und das Bauhaus bis heute noch zu neuen Gestaltungsformen anregt.

 

 

Ausstellungsbeteiligte:

Yaacov Agam, Martha Boto, Leo Breuer, Daniel Buren, Geneviève Claisse, Sonia Delaunay, Jean Gorin, René Guiffrey, Auguste Herbin, Gottfried Honegger, Jean Leppien, Vera Molnar, François Morellet, Aurélie Nemours, Jesús Rafael Soto, Gregorio Vardanega, Victor Vasarely und weitere