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Horst Bartnig: "Meine Malerei gehört in den Bereich des Denkens" |
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| Dreizehn Quadrate – ein großes von zwölf kleinen umgeben – auf einer quadratischen Grundfläche in vier Variationen: das zeigen die »vier gleichen quadratgruppen« Horst Bartnigs von 1995. »Gleich« sind diese Gruppen deshalb, da den vier Farben Rot, Blau, Grün, Orange jeweils die gleiche Fläche zugewiesen wird. Mathematisch gesehen könnte zwischen den vier Leinwänden jeweils ein Gleichheitszeichen stehen – die vier Leinwände visualisieren eine mathematische Gleichung. |
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Horst Bartnigs Kunst entsteht nicht selten in enger Zusammenarbeit mit Mathematikern und Programmierern am Computer; Ausgangspunkt ist immer eine Formfrage. Es entstehen logische Entwicklungsreihen, die der konkrete Künstler variiert und in sichtbare, oft quadratische Farb- und Formkombinationen überträgt. Dabei geht es aber um mehr als die Illustration mathematischer Zahlenkombinationen. Durch Anordnung der Formen und Verteilung der Farben entstehen dynamisierte und rhythmisierte Bilder mit starker visueller Wirkung. Auch in den Arbeiten weiterer Werkgruppen wie »kompositionen in zehn farben« oder den »unterbrechungen« kommt diese Wirkung zum Tragen. Gerade die »unterbrechungen« machen das Unsichtbare, nämlich Auslassungen in einer Linie, sichtbar.
Max Bill, den Horst Bartnig 1987 kennenlernt, vertritt in seinem Text »Die mathematische Denkweise in der Kunst unserer Zeit« die Auffassung, dass Kunst »Gefühl und Denken« benötige, wobei die Mathematik zum Bereich des Denkens gehöre und die Frage aufkomme, welchem Bereich die Kunst zuzuordnen sei. Horst Bartnig antwortet in diesem Zusammenhang: »Meine Malerei gehört in den Bereich des Denkens«. |
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Biographie
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1936
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geboren in Militsch/Schlesien, lebt und arbeitet seit 1959 in Berlin Studium an der Fachschule für angewandte Kunst, Magdeburg erste konstruktiv-konkrete Arbeiten Interesse an variablen Systemen »unterbrechungen« erste Begegnung mit Max Bill und Richard Paul Lohse Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin Hannah-Höch-Preis, Berlin
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1954–57
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Studium an der Fachschule für angewandte Kunst, Magdeburg
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1964
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erste konstruktiv-konkrete Arbeiten
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ab 1972
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Interesse an variablen Systemen
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ab 1984
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»unterbrechungen«
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1987
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erste Begegnung mit Max Bill und Richard Paul Lohse
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1993
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Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin
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2001
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Hannah-Höch-Preis, Berlin
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