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Jürgen Paas »Mathematische Klarheit und fühlbares Chaos« |
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| Im Zentrum der Arbeiten von Jürgen Paas steht der Grundgedanke des Archivs und des Depots. Seit 1995 sind seine Farbarchive entstanden, bei denen bis zu 250 Metalltafeln in verschiedenen Formaten in ein Gerüst eingestellt sind. Die einzelnen Tafeln sind in unterschiedlichen Farbtönen monochrom überzogen, als Aufbewahrungselemente dienen verzinkte Stahlklammern, die leer wie industrielle Bauelemente wirken. |
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Diese Arbeiten eröffnen ein weites Assoziationsfeld, das den gesamten Kunstbereich mit einschließt: Sammeln, Bewahren, Präsentation, Zwischen- oder Endlagerung von Kunst … . Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist jedoch vor allem ein offenes Malereisystem, das Einzelaspekte wie Farbe, Form und Raum befragt. Die Aneinanderreihung und Ordnung der Farbtafeln ist nicht vorgegeben, sondern theoretisch dauernd variierbar, woraus sich eine Vielzahl von denkbaren Farbkombinationen ergibt.
Formal greift Jürgen Paas Elemente der Minimal Art-Künstler auf – er schafft Rechtecke, Quadrate, Kuben und setzt sie in Beziehung zum Umraum. Allerdings geht er nicht wie diese nach einem vorgefassten Schema vor, das dauernd wiederholt wird, sondern verbindet Systematik und Ordnung mit Regellosigkeit, die sich eben in einer äußerst variablen Materialmalerei äußert. Seit jüngerer Zeit gehört auch der Kreis zum Formenvokabular des Künstlers. Auf die Wand gemalte, verschiedenfarbige Kreise stehen im Dialog mit den darauf oder daneben platzierten Archivsystemen von Halterungen und Farbtafeln. Die regelmäßigen geometrischen Formen von Kreis, Rechteck und Quadrat geben eine mathematische Klarheit vor, im Zusammenspiel aber suggerieren sie Bewegung und Chaos und breiten ein emotional ansprechendes weites Farbspektrum vor dem Betrachter aus. |
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Biographie
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1958 1981–87 1991–92 1992 2002/03 2006
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geboren in Krefeld lebt und arbeitet in Essen Studium an der Hochschule Essen Studium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, Paris Preis der Ursula-Blickle-Stiftung, Kraichtal Gastprofessur für Malerei am Institut für Kunst und Kunsttheorie an der Universität Köln Sickingen Kunstpreis des Landkreises Kaiserslautern
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