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Manfred Mohr
»Entdecken der ungeahnten Möglichkeiten«
 
Nachdem sich Manfred Mohr seit 1990 mehrere Jahre mit den sechs Dimensionen des Hyperwürfels beschäftigt hat, führt er in seiner jüngsten Werkphase »Klangfarben« die Liniengeflechte des
11-dimensionalen Hyperwürfels auf dem Bildschirm vor. Anders als in den älteren Computeranimationen verwendet er nun zwei Bildschirme, die in einem Winkel von neunzig Grad zueinander stehen.
Die rechte Seite zeigt ein rotierendes Grafik-Konstrukt, die linke für zehn Sekunden ein Einzelbild aus den bewegten Bildern rechts. Grundlegend für viele seiner Arbeiten ist die Entstehung der grafischen Gebilde durch algorithmische Computerberechnungen.
Im Falle des 11-D-Würfels existieren Milliarden möglicher Diagonalwege zwischen zwei Punkten des Würfels. Die Linien, die der Betrachter auf dem Bildschirm sieht, bezeichnen die Wege zwischen diesen Punkten, die durch jede der elf Dimensionen führen. Die Farben dienen dazu, die Komplexität der Struktur aufzuzeigen und werden zufällig generiert. Der Titel der Werkphase weist darauf hin, dass eine strukturelle Verwandtschaft zur seriellen Musik besteht, dabei muss jedes Element aus einer Reihe von Elementen mindestens einmal vorkommen, bevor die Reihe wiederholt wird.
Schon seit 1969 arbeitet Mohr mit dem Computer auf systematische Weise, wobei er sich in seiner Kunst über drei Jahrzehnte hinweg auf Grund logischer Konsequenz auf die zwei farblichen Pole schwarz und weiß beschränkt hat. Auch geht er in seinen Arbeiten nicht von fixen visuellen Vorstellungen aus, sondern läßt sich selbst von den Ergebnissen der ersonnenen Algorithmen überraschen. Dem Betrachter liefert er durch seine bildlichen Vergegenwärtigungen dieser Berechnungen eine Ahnung von mehrdimensionalen Räumen, die im Geiste existieren, der sinnlichen Erfahrung aber entzogen bleiben.
 
Biographie
1938 geboren in Pforzheim lebt und arbeitet seit 1981 in New York
1957-61 Studium an der Kunst- und Werkschule Pforzheim
1962 Beginn der ausschließlichen Verwendung von Schwarz und Weiß
1965 Besuch der École des Beaux-Arts, Paris
1969 erste Zeichnungen mit dem Computer
1973 Auszeichnungen der World Print Competition ’73 San Francisco und der 10. Biennale in Ljubljana
1989 Ausdehnung der Arbeit auf den 5-D und 6-D Hyperwürfel
1990 Camille-Graeser-Preis, Zürich
1998 Verwendung von Farbe, um durch Differenzierung die Komplexität der Strukturen aufzuzeigen
2006 d.velop digital art award (ddaa) 2006, Berlin
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