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Auguste Herbin Oiseau, 1946
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Das Bild Oiseau, zu deutsch „Vogel“, von Auguste Herbin ist ein typisches Beispiel für das Spätwerk des französischen Malers. Das Gemälde ist innerhalb seines hellgrauen Binnenrahmens klar in vier Zonen gegliedert: Ein horizontales Rechteck dient als Basis, darüber verlaufen drei vertikal ausgerichtete Bildspalten. Ebenso klar strukturiert ist jedes Bildviertel für sich. Es besteht jeweils aus Dreiecken, Kreisen, Halbkreisen und Quadraten in wenigen klaren Farben, die sich nur selten überschneiden, also kaum einmal Räumlichkeit suggerieren, sondern immer stark an die Fläche gebunden bleiben. In ihrer schlichten geometrischen Reduktion haben diese Bildelemente etwas Zeichenhaftes, ja Signalartiges. Auch die Assoziation an ein Flaggen- oder Wimpel-Alphabet stellt sich ein - und damit sind wir intuitiv auf der richtigen Fährte. Die Bemühungen von Auguste Herbin um eine Systematisierung seiner geometrischen Kunst führte ihn 1942 zur Schaffung seines sogenannten Alphabet plastique, in dem er jedem Buchstaben des Alphabets ganz genaue Farben, geometrische Formen und auch Töne zuordnete. Dabei kann es zu zahlreichen Mehrfachbelegungen kommen, so dass z.B. der Buchstabe A nicht nur mit der Farbe Rosa, sondern gleich mit sieben Tönen der Tonleiter zusammengedacht wird. |
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