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Victor Vasarely 1908 geboren in Pécs (H) 1997 gestorben in Paris Katolar, 1973 Acryl auf Leinwand 100 x 100 cm (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2006/2007
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Durch ein elastisch wirkendes Liniengeflecht zeichnen sich in dem Gemälde vier gleich große, regelmäßig angeordnete Kugelformen ab, die dem Betrachter entgegenzuspringen scheinen. Dieser bewegte plastische Effekt gelingt Victor Vasarely, dem wohl berühmtesten Vertreter der Op-Art, indem er die geometrischen Mikroformen der netzartigen Struktur perspektivisch vergrößert und nach mathematischen Regeln systematisch deformiert. Mittels verkürzter Linien, stumpfer oder spitzer werdender Winkel und progressiv zum Oval gedehnter Kreisformen modelliert der Künstler den Bildraum und verleiht ihm eine pulsierende dreidimensionale Wirkung. Um Bewegung und Körperhaftigkeit zu suggerieren, werden hier zusätzlich die illusionistischen Möglichkeiten von Farbe geschickt ausgereizt: Das chromatische Wechselspiel sukzessiv nuancierter Rot- und Blautöne erschließt in perfekter Analogie zu den formalen Strukturen der Komposition den virtuellen Raum.
Ausgehend von einem einfachen geometrischen Basisvokabular schuf Victor Vasarely seit den 1950er Jahren abstrakte tiefenräumliche Bildkompositionen. Sein ästhetischer Ansatz steht dabei ganz in der Tradition konstruktiv-geometrischen Kunstschaffens, das er um neue Seherfahrungen bereicherte. Als einer der ersten Künstler überhaupt führte er die illusionistische Darstellung von Drei- oder Mehrdimensionalität und den Faktor Bewegung in die geometrisch-abstrakte Malerei ein. Die optische Täuschung und der kinetische Moment seiner Arbeiten entstehen dabei allein durch Irritation der Netzhaut des Betrachters, die gewissermaßen »in Schwingung versetzt« wird. Ergebnis ist die irritierende Suggestion stereometrischer Körper, die aus der Bildfläche vor- und zurücktreten. |
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