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Vera Molnar 1924 geboren in Budapest lebt und arbeitet in Paris und der Normandie Dispersés par le vent au large, 2002 Acryl auf Leinwand vierteilig, insgesamt 200 x 200 cm (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2006/2007
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Die Künstlerin Vera Molnar beschreitet nicht nur beständig neue Wege, sondern sie ist auch eine der wenigen, welche die rationalen Prinzipien geometrischer Kunst derart durchdrungen haben, dass sie darauf auch wieder verzichten können. Ausgehend vom unbedingten Glauben an die Systematik der Kunst betrieb sie mit Hilfe des Computers jahrzehntelang künstlerische Forschungen zur Organisation des Bildes und entdeckte dabei, dass die rationalen Gesetze der Geometrie und Mathematik keine hinreichende Grundlage für ihre Kunst sein können, dass die Schönheit einer geometrischen Komposition außerhalb der Geometrie liegt.
In dem Gemälde »Dispersés par le vent au large« schafft sie unter Einbeziehung des Zufalls aus gleichartigen geometrischen Formen eine ungeordnete, dynamische Struktur. Das vierteilige Bild zeigt auf weißem Grund neun signalrote Quadrate, die durch Drehungen und Überschneidungen den Eindruck eines lockeren Arrangements ergeben. Fast scheint es, als purzelten die einzelnen Vierecke sanft schwebend aus dem Bild heraus. Und tatsächlich basiert die lose Anordnung der Bildelemente auf einer realen Beobachtung vom Winde verwehter Quadratformen. Diese zufallsbestimmte Verteilung der Quadrate bildet in dem Gemälde einen Gegenpol zur strengen Geometrie der rektangulären Einzelform und den mathematisch bestimmten Maßverhältnissen zwischen den roten Quadraten (je 50 x 50 cm), den einzelnen Leinwänden (je 100 x 100 cm) und dem gesamten Bildgrund (200 x 200 cm). Dass diese Unordnung nicht in Chaos umschlägt, sondern mit der geometrischen Ordnung eine prekäre Balance hält, ist das entscheidende Moment dieser Komposition, um das sich Vera Molnars gesamtes künstlerisches Schaffen dreht. |
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