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Carlos Cruz-Diez 1923 geboren in Caracas (VE) lebt und arbeitet in Paris und Caracas Physiochromie 1455, 2006 Holz, bemalt, Kunststofflamellen 80 x 80 x 2 cm (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2006/2007
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Der Venezolaner Carlos Cruz-Diez gehört seit den 1960er Jahren zu den bedeutenden Vertretern der Op-Art. Neben Gemälden und Bildreliefs umfasst sein Werk auch etliche plastische und baugestalterische Arbeiten.
Wichtigstes Element seiner kinetischen Strukturen ist die Farbe, die er als chromatisches Ereignis versteht. Sein ganzes Schaffen basiert auf der Überzeugung, dass Farbe kein statisch an einen bestimmten Form- oder Seinszustand gebundenes Phänomen ist, sondern eine wechselhafte Realität. Gegenüber dem Element Farbe nimmt Carlos Cruz-Diez damit eine grundlegend neue Haltung ein.
Die Umsetzung seiner farbkinetischen Überlegungen in die malerische Praxis gelingt dem Künstler, indem er das gesamte Bildfeld in parallele Farbstreifen auflöst und den Malgrund mit einem Gerüst aus farbigen Lamellen oder Bändern überlagert. Nach diesem Verfahren ist auch das Bild »Physiochromie 1455« aufgebaut. Die Komposition besteht aus einer Vielzahl aufgemalter Vertikallinien, die farblich derart variieren, dass die Frontalansicht den Eindruck mehrerer sich überschneidender Quadrate vermittelt. In senkrecht zum Bildgrund aufragenden Lamellen aus semitransparentem, rotem Kunststoff findet die Parallelstruktur der Lineatur ihre Fortsetzung. Das lichtdurchlässige Rot der Lamellen schaltet sich in die Bildkomposition ein und führt je nach Bewegungsrichtung des Betrachters zu fließend ineinander übergehenden chromatischen Variationen. Durch Interaktion des Betrachters wird die Farbe somit dynamisiert und in ihrer immateriellen Qualität erfahrbar. |
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