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Sabine Laidig
1960 geboren in Sindelfingen lebt und arbeitet in Berlin
MT 11_176, 2006 Tusche auf Japanpapier, collagiert Gesamtabmessungen 1633 x 448 cm Einzelquadrate 6 x 6 cm |
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Sabine Laidig interessiert das Beiläufige, Unbeständige und Veränderliche. Daher hat sie das Foyer als Durchgangsraum des Museums für ihre temporäre Wandinstallation aus einem Raster farblich abgestufter Quadrate gewählt. Die Künstlerin arbeitet bevorzugt mit der Form des Mäanders, einem Ornament, das als Symbol des Fließens, der kontinuierlichen Bewegung und harmonischen Veränderung gilt. Nach einfachen mathematischen Prinzipien dekonstruiert sie das Ornament am Computer, indem sie Teile ausspart und andere farblich hervorhebt. Übrig bleibt ein Koordinatensystem aus Einzelquadraten, die nach den elementaren Prinzipien von Symmetrie und Asymmetrie neu zusammengefügt werden.Die für das MUSEUM RITTER konzipierte Wandinstallation trägt den Titel "MT 11_176" und wird von der Künstlerin folgendermaßen beschrieben:
"M steht für Mäander und T für Takt; 11 ist die Taktzahl der 1. Farbe und 176 die der 2. Farbe. Der Arbeit liegt ein zeilenförmig laufendes Mäanderornament zugrunde. Auf dem Verlauf der einen Mäanderlinie ist jedes 11. Rasterquadrat in hellem Gelbgrün sichtbar. Dadurch ergibt sich ein regelmäßiges Muster, das durch zwei nahezu gleichgewichtige Bewegungsrichtungen gekennzeichnet ist. Die etwas stärkere Bewegungsdynamik verläuft von links unten nach rechts oben und weist nach jeweils 5 Quadraten einen leichten Zeilensprung auf. Diese leicht überwiegende Hauptrichtung wird durch eine fast orthogonal dazu verlaufende, steilere Bewegungsdynamik durchkreuzt. Für das Auge ist nicht eindeutig entscheidbar, welche der Bewegungsrichtungen dominiert, so dass es ständig zwischen beiden Sehweisen hin und her springt. Die Unmöglichkeit, das Muster eindeutig zu fixieren, wird durch die minimal unterschiedlichen Abstände der Quadrate hervorgerufen und durch den Zeilensprung zusätzlich irritiert. Es entsteht der Eindruck eines ständig in Bewegung befindlichen, in sich vibrierenden Feldes. Auf dem Verlauf einer zweiten Mäanderlinie werden wenige rote Quadrate abgetragen, deren Abstand zueinander 176 Rasterquadrate, ein Vielfaches der Taktzahl 11, beträgt. Sie bewegen sich in der Ebene des hellgrünen Feldes und treten nur kaum merklich hervor. Diese auf derselben Taktfrequenz basierende offenere Verteilung weist eine gleichmäßige, in sich minimal differierende Struktur auf, die insgesamt eine leichte Bewegung von rechts nach links abbildet. Beide Bewegungsmuster schwingen auf derselben räumlichen Ebene ineinander und ergeben an den Stellen des Zusammentreffens verschiedenartige Bewegungsrichtungen und -geschwindigkeiten. Im Gesamtklang wird die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Bewegunspotenziale sichtbar." |
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