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Davide Boriani 1936 geboren in Mailand lebt und arbeitet in Mailand Pantachrome, 1967–76 Diverse Materialien 96 x 80 x 30 cm
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Die Arbeit »Pantachrome« des italienischen Künstlers Davide Boriani verrät allein durch die Menge an Materialien und deren unvertrauten Bezeichnungen die komplizierte Technik, die sich hinter dem klaren geometrischen Aufbau der Bildfläche verbirgt: Metacrylat, Mikrolampen, Farbfilter, Turboventilator, Infrarotsensor, Zeitregler sowie Holz, Aluminium und Stahlkugeln. Als Boriani 1967 die Idee zu der Arbeit entwickelte, war er der technischen Entwicklung seiner Zeit so weit voraus, dass es fast zehn weitere Jahre dauerte, bis er den ersten Prototyp vollständig realisieren konnte.
Das Objekt besteht aus einem Raster von 5 x 5 Kunststoffquadraten, die von einem breiten Aluminiumrahmen eingefasst sind. Jedes der 25 Einzelmodule besitzt eine Lichtquelle in den drei Farben Rot, Blau und Gelb. Die Leuchtintensität verändert sich gemäß eines programmierten Zyklus graduell, wodurch eine ständig wechselnde Zusammensetzung der Primärfarben erzeugt wird. Jedes Quadrat kann somit, je nach Sättigung und Farbton, alle wahrnehmbaren Farbnuancen zwischen Schwarz und Weiß annehmen. Die Kombination der einzelnen Komponenten lässt eine Anzahl von Bildern entstehen, deren riesige Menge visuell nicht fassbar ist und damit – obwohl die Arbeit auf einem festgelegten Programm basiert – einer zufälligen Verteilung gleichkommt. Eine Wiederholung des Gesamtbildes tritt erst nach mehr als vier Jahren ein.
Wie es den Grundsätzen der Gruppe »T« entsprach, der Boriani ab 1959 angehörte, sieht sich der Betrachter einem Kunstwerk gegenüber, das seine Erscheinung immer wieder ändert und dadurch die Wahrnehmung stets aufs Neue aktiviert und herausfordert. |
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