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Inge Gutbrod vor ihrem Werk:

"sunny honey", 2007: Leuchtkasten mit Wachsfliesen 228 x 228 x 23 cm
 
 


Die Kunst von Inge Gutbrod ist leuchtend oder schimmernd matt, farbig oder weiß in tausend Tönen, handlich oder monumental, Bild, Skulptur oder Architektur, aber immer eins: aus Wachs. Das industriell hergestellte, farbneutrale und geruchlose Paraffin ist der bevorzugte Arbeitsmittel der Nürnberger Künstlerin. An diesem Werkstoff schätzt Inge Gutbrod die Neutralität, die vielfältige Verwertbarkeit und die Möglichkeit, das Material zu schmelzen, zu färben und unterschiedlich zu formen. Aber besonders wichtig ist der Künstlerin die Lichtdurchlässigkeit des Stoffes. Das Durchscheinende des Paraffins ist bildnerisches Gestaltungs¬element ihrer begehbaren Skulpturen wie auch ihrer Wachsobjekte.
 
„Sunny Honey“ ist der Titel des großen Leuchtkastens mit 256 quadratischen Wachsfliesen. Die Größe der Fliesen entspricht genau jener von herkömmlichen Küchenfliesen. Jede einzelne Fliese wurde speziell eingefärbt und von Hand gegossen. Bedingt durch diesen Herstellungsprozess entstehen unterschiedliche und individuelle Oberflächenstrukturen, die jeder einzelnen Wachsfliese einen organisch anmutenden Charakter verleihen. Das bildet einen reizvollen Kontrast zur strikten geometrischen Anordnung der einzelnen Module.
In dem mit Kaltlichtlampen beleuchteten Bildkasten dominieren warme Rot-, Gelb- und Orange-Töne, die den umliegenden Ausstellungsraum in eine angenehme warme und sinnliche Atmosphäre tauchen.



1963
geboren in Nürnberg
1983–90 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
1988 Meisterschülerin bei Prof. Werner Knaupp
1995 Förderpreis des Förderkreises Bildende Kunst Nürnberg
2002 Artist in Residence, Glasgow (GB)
2004 Cité Internationale des Arts, Paris
2008 Otto-Grau-Kulturpreis