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Kurt Schwitters (1887–1948)
Kaiser-Friedrich-Quelle (Merzzeichnung 29/18), 1929
Collage, Papier auf Papier 11,8 x 9,5 cm (Bild)
Im Gegensatz zu Künstlern wie Pablo Picasso oder Hans Arp, die sich nur vorübergehend mit der Collage beschäftigten, begleitete diese künstlerische Technik Kurt Schwitters lebenslang. Sie war die Basis seines Schaffens, kontinuierlich verfolgte er das Prinzip Collage und transformierte Abfall und Fundstücke in zahlreiche variantenreiche Kunstwerke. Damit erweiterte er den Begriff von Komposition, der für ihn eben nicht nur Farbe, Linie, Form, sondern auch das Taktile des Materials beinhaltete. Mit seinem Konzept „Merz“ – der Begriff entstand durch eine Com[merz]bank-Anzeige, die er für eine Assemblage verwendete – entwickelte er ab 1919 in der Provinzhauptstadt Hannover parallel zu den dadaistischen Bewegungen in Berlin und Zürich eine Kunstrichtung, die den bisherigen Umgang mit Kunst in Frage stellte. Bezog er die Merzkunst anfangs allein auf das malerische Werk, so dehnte sich die Idee, die auf der wesentlichen Verwendung von Altmaterialien und Offenheit des Arrangements beruhte, auch auf sein vielfältiges gesamtes Schaffen als Bildhauer, Zeichner, Architekt und Typograph aus.
1887 geboren in Hannover
1908–15 Studium in Hannover und Dresden
1917 Hinwendung zum Expressionismus und der Abstraktion
1919 Entstehung des Begriffs "Merz" für seine Kunst
1923 Beginn des "Merzbau" in Hannover
1927 Gründung der Gruppe "die abstrakten hannover"
1935 Exponate in der Ausstellung "Entartete Kunst"
1937 Emigration nach Norwegen; neuer "Merzbau" in Lysaker (N)
1940 Emigration nach Großbritannien
1943 Zerstörung des "Merzbau" während der Bombardierung von Hannover
1947 neuer „Merzbau“ (Merz Barn) bei Elterwater, Lake District
1948 englische Staatsbürgerschaft
1948 gestorben in Kendal (GB)