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Martin Willing (*1958)
Quadratschichtung biaxial wachsend, 2001

Weldural, aus einem Stück geschnitten 225 x 50 x 50 cm
Die Arbeit des Metallbildhauers Martin Willing steht in der Tradition der Konkreten Kunst, wie sie van Doesburg 1924 definiert: als antifigurative Kunst, die sich gleichwohl von der abstrakten Kunst, die ihm als subjektiv emotionalisiert gilt, distanziert. Stattdessen sollte bei der Kunstproduktion ein rational-kontrolliertes Vorgehen auf der Grundlage wissenschaftlicher, meist mathematischer Verfahren eine überpersönliche Gültigkeit der Werke gewährleisten.
Von einem Sockel und einer quadratischen Grundfläche aus entwickelt sich die Quadratschichtung Willings wie eine auf der Spitze stehende vierseitige Pyramide in die Höhe, die mit 225 cm deutlich über dem menschlichem Maß des Betrachters liegt. Die Form der Pyramide ist dabei einerseits kontrastiv zu den horizontalen, geschichteten Quadraten gesetzt. Andererseits kontrastiert sie mit den leicht gekippten Trapezen, die an den Quadraten ansetzen. Diese Trapeze führen die Quadrate Stück um Stück nach oben und vergrößern dabei die Grundfläche der Quadrate Stück um Stück. Die Progression der Flächenerweiterung von Trapezen und Quadraten verläuft regelmäßig, auf zwei Achsen hin ausgerichtet: eine relativ gerade nach oben verlaufende und eine schrägere, gleichfalls nach oben verlaufend. Die Trapeze setzen jeweils nacheinander an einer anderen Seite des Quadrates an, so dass nach drei Höhenschritten wieder ein Trapez an einer Seite der Pyramide erscheint. Die Konstruktion wirkt dadurch nicht geschlossen, sondern sehr leicht und offen. Die Tatsache, dass die Skulptur aus einem Stück gefertigt worden ist, verstärkt den Eindruck von eleganter Schlichtheit und Leichtigkeit.
1958 geboren in Bocholt
1978–85 Studium der Kunst an der Kunstakademie Münster und der Physik an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster
1984 Meisterschüler bei Prof. Hans-Paul Isenrath
1985 Stipendium des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe