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Aurelie Nemours (1910-2005)
La Nuit de Baudelaire, 1973

Öl auf Leinwand 60 x 60 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
Seit 1953, nach der Beschäftigung mit der Kunst Mondrians, gibt es in Nemours Gemälden fast keine gekrümmten Linien mehr. Sie beschränkt sich auf Formen mit rechten Winkeln, die im Bild rahmenparallel angeordnet werden.
Für Aurelie Nemours ist die Farbe das zentrale gestalterische Mittel. Sie setzt die Form mit der Farbe gleich, beide sind also identisch miteinander. In ihrem späteren Bestreben, die Farbe von der Form völlig zu lösen, erinnert ihr künstlerisches Konzept an Lohse. Doch im Gegensatz zu dessen Streben nach Harmonie vermeidet Nemours jedes Befolgen von Farbgesetzmässigkeiten, um eine lediglich »dekorative« Wirkung zu vermeiden.
Wichtige Inspirationsquelle für die Künstlerin ist die Leere, in der sie eine Energie sieht, die Bedingung ist für das Leben und für die Kunst. Die Existenz der Leere gibt dem Individuum die Möglichkeit, sich selbst – oder ein Kunstwerk – zu gestalten, und so ein Vakuum mit eigener Kreativität zu füllen.
1910 geboren in Paris
1929–32 Ecole du Louvre, Paris
1941–44 Studium bei A. Lhote
1948 lernt sie Fernand Léger kennen
ab 1949 beteiligt sie sich am Salon des Réalités Nouvelles
1953 erste Einzelausstellung in Paris (Galerie Colette Allendy)
1988 Camille-Graeser-Preis, Zürich
2005 gestorben in Paris