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Imi Knoebel (*1940)
Odyshape III gelb, 1994

Acryl auf Aluminium 80,5 x 75 x 15,7 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
In den 70er Jahren beschäftigte sich Imi Knoebel mit den Grundproblemen der Malerei in Serien weißer Bilder. Aus dieser puristischen Formensprache heraus entwickelte er Arbeiten aus sich überlagernden Rechtecken in leuchtenden Farben mit teilweise deutlich gestischem Farbauftrag. Viele dieser monochromen Gemälde wurden für eine ganz bestimmte Raum- und Lichtsituation geschaffen.
Odyshape III gelb ist kein zweidimensionales Bild, sondern eine Installation aus einer quadratischen Fläche, hinter der sich flachgedrückte rechteckige Aluminiumstücke hervorzuschieben scheinen. Die Farbpalette erinnert an die Mondrians. Diese Arbeit kreist mit ihren nur teilweise sichtbaren Elementen um das Thema des Verborgenen, das Knoebel auch in anderen Werken aufgegriffen hat. Die intensive Präsenz des gelben Quadrats wird kontrastiert vom Nicht-Sichtbaren der hinteren Bildschichten. Doch während z. B. in 250 000 Zeichnungen die Ähnlichkeit der Einzelblätter die Neugierde des Betrachters auf jede einzelne der Zeichnungen stark einschränkt, reizen die verborgenen Aluminiumelemente die Entdeckerfreude. Das Prinzip der Schichtung fordert den Betrachter zum Handeln auf: um die Arbeit möglichst vollständig zu begreifen, ist er gezwungen, sie sich von allen Seiten anzusehen. Die von Imi Knoebel angestrebte Interaktion zwischen Raum, Farbe und Bild wird hier erweitert um die Beziehung zum Betrachter.
1940 geboren in Dessau
1964–71 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
1968 erste Einzelausstellung in Kopenhagen, Charlottenburg, IMI + IMI