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Johannes Itten (1888–1967)
Leuchtendes Rot, 1955

Öl auf Hartfaserplatte 80 x 60 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
Johannes Itten wurde vor allem durch seine Lehrtätigkeit, u. a. am Bauhaus, und seine theoretischen Schriften bekannt. Die intensive Untersuchung der Farbwirkung und Farbgesetze, er entwickelte z. B. den Farbstern, stand schon zu seiner Zeit am Bauhaus im Mittelpunkt seiner Arbeit.
Durch seine mannigfaltigen Aktivitäten blieb dem Künstler wenig Zeit für die eigene gestalterische Arbeit. Erst Mitte der 50er Jahre fand Itten wieder die Ruhe zur intensiven Beschäftigung mit der eigenen Malerei. Aus dieser Zeit stammt das Gemälde Leuchtendes Rot. In seiner Gestaltung griff Itten auf die Kompositionsprinzipien seiner hochformatigen, geometrischen Arbeiten der Jahre 1915/16 zurück.
Charakteristisch für sein Spätwerk ist auf der einen Seite eine klare geometrische Formensprache. Die zeitgleich entstandenen expressiven Arbeiten zeigen jedoch, dass es Itten nicht um rationale Gestaltungsprinzipien ging. Die sich hier zeigende Polarität im künstlerischen Ausdruck war schon in seinem Frühwerk angelegt. Sein starkes Interesse an östlicher Philosophie und das Streben nach Erkenntnis einer inneren, kosmischen Ordnung wurde bestimmend für seine Arbeit, aber auch für seine Lebenshaltung.
1888 geboren in Südern-Linden/Schweiz
1913–16 Studium bei Adolf Hoelzel an der Akademie Stuttgart
1916 erste Ausstellung in der Galerie Sturm in Berlin
1919–23 Lehrer am Bauhaus
1926–34 eigene Kunstschule in Berlin
1938–53 Direktor von Kunstgewerbeschule und Kunstgewerbemuseum Zürich
ab 1943 Leitung der Textilfachschule in Zürich, Beginn des
Aufbaus des Rietberg-Museums (Eröffnung 1952)
seit 1954 lebte er als freier Künstler in Zürich
1967 gestorben in Zürich