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Ottmar Hörl (*1950)
Besenstücke, 1998

Besen, Aluminium 25 x 25 x 9 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2005
Ottmar Hörl beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit der Ästhetik der Alltagskultur. Er definiert den Begriff Skulptur als »Organisationsprinzip« und entdeckt dieses Prinzip in seiner Umgebung. Eine Möglichkeit der Organisation ist die Standardisierung. Ob Hängeregister oder Pfandflasche, ein Großteil der Gegenstände des täglichen Gebrauchs ist normiert.
Die Arbeit Besenstücke ist zusammengesetzt aus vier quadratischen Teilen tatsächlicher Besen, wie sie in jedem Fachgeschäft zu erwerben sind. Dennoch handelt es sich hier nicht um ein Ready-made, denn der Gegenstand selbst wird nicht zum Kunstwerk erklärt. Erst die Auswahl und das Zusammenfügen unter ästhetischen Gesichtspunkten transformiert das Profane in Kunst. Die Wahrnehmung des Betrachters wird auf die Besonderheit des Gewöhnlichen gelenkt, aber auch auf dessen Austauschbarkeit und damit die Nichtexistenz des Individuellen. Das Leben unterwirft sich einer DIN-Norm.
1950 geboren in Nauheim
1975–79 Hochschule für Bildende Künste, Frankfurt am Main
1979–81 Hochschule für Bildende Künste, Düsseldorf
1985 Gründung der Gruppe Formalhaut
1992–93 Gastdozentur an der TU Graz mit Formalhaut
1994 Förderpreis für Baukunst, Akademie der Künste, Berlin mit Formalhaut
1998 Wilhelm-Loth-Preis, Stadt Darmstadt