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Carl Buchheister (1890–1964)
Komposition blaues Quadrat, 1926/ca. 1933


Öl auf Sperrholz 65,5 x 52,5 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Die ersten konstruktiven Werke Carl Buchheisters entstehen 1925. Ähnlich den revolutionären Bestrebungen der russischen Avantgarde verfolgten Buchheister und die Mitglieder der Gruppe die abstrakten hannover mit ihrer Kunst gesellschaftspolitische Ziele. In einem 1927 in der Zeitschrift "Der Sturm" veröffentlichten Manifest heißt es: »Die Lebensberechtigung und das Ziel der Kunst ist Schaffung der neuen Menschen, die die neue Gesellschaft bilden werden. Dadurch hat die Kunst eine große Aufgabe.«
Um einen Schritt hin zur Verwirklichung seiner Utopie zu tun, vervielfältigte Buchheister einige seiner Gemälde. Dabei bediente er sich jedoch nicht der Drucktechnik, sondern malte die entsprechende Arbeit noch einmal. So ist die hier gezeigte "Komposition blaues Quadrat" von 1933 die Wiederholung eines Gemäldes von 1926. Ziel Buchheisters war es, durch die Schaffung einer Auflage – maximal sechs vom gleichen Bild wurden jemals erstellt – den Preis für seine Arbeiten zu senken, mit dem Ziel, auch weniger bemittelten Menschen den Kauf eines konstruktiven Gemäldes zu ermöglichen.
Mit seiner Verfemung als »entarteter« Künstler durch die Kulturpolitik der Nationalsozialisten bricht seine Beschäftigung mit geometrisch-konstruktiver Bildgestaltung ab.
1890 geboren in Hannover
ab 1919 Tätigkeit als freier Maler (Autodidakt)
1921 lernt er Kurt Schwitters kennen
1926-1934 konstruktiv-geometrische Arbeiten
1926 Entstehung serieller Bilder, erstes "shaped canvas" (Dreiecksbild)
Einzelausstellung Galerie "Der Sturm", Berlin
1928–1933 Vorsitzender der Künstlervereinigung "die abstrakten Hannover"
1931-1936 Mitglied der Gruppe "Abstraction-Création" in Paris
1933 Beschlagnahmung und Vernichtung seiner Arbeiten als "entartet"
1964 gestorben in Hannover