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Seit September 2005 präsentiert das MUSEUM RITTER die umfangreiche Kunstsammlung von Marli Hoppe-Ritter der Öffentlichkeit in Waldenbuch. Für die Sammlung hat der Schweizer Architekt Max Dudler ein kubisches Gebäude entworfen. Es besteht aus zwei Gebäudeteilen und einer verbindenden Passage. Der größere Flügel beherbergt die Sammlung Marli Hoppe-Ritter und bietet Raum für Wechselausstellungen. Im kleineren Teil ist der SchokoLaden - das Besucherzentrum der Firma Ritter Sport - mit der SchokoAusstellung, der SchokoWerkstatt für Kinder und Jugendliche und dem SchokoShop untergebracht.

Max Dudler hat sich durch komprimiertes Bauen auf minimalem Raum einen Namen gemacht. Zu seinen Planungen und Realisierungen gehören aber auch Großprojekte – vor allem in Berlin und in Zürich. So geht beispielsweise das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in Berlin auf seinen Entwurf zurück.

Der am Ortsrand von Waldenbuch neben dem Werksgelände der Firma Ritter Sport gelegene Neubau fungiert als markanter Grenzposten der Stadtkante. Er ist die dreidimensionale Zäsur zwischen Stadt und Land, Kunst und Natur. Diese architektonische Konzeption ist charakteristisch für den Architekten. Max Dudler steht zudem im Ruf, sehr eigenwillige, den Traditionen des modernen Rationalismus und der Renaissance verpflichtete Bauten zu errichten. Seine Bauten können als Gegenprogramm zu den Dekonstruktivisten, aber auch zu den aktuellen, biomorphen Tendenzen in der Architektur gesehen werden.

Das mit hellem Kalkstein verkleidete Museum strahlt Wucht und Abschottung aus. Doch das ist nur ein Teil seines Wesens. Der andere Teil zeigt Durchlässigkeit und Offenheit, denn der über quadratischem Grundriss errichtete Neubau öffnet sich mittig in einer weiten und hohen Passage, die jede Abgeschlossenheit dementiert und den Blick in die Natur leitet. Ein Widerspiel also aus Intro- und Extrovertiertheit.

Nicht wenige der in jüngerer Zeit entstandenen Ausstellungsgebäude präsentieren sich als kubische Architekturen mit mehr oder weniger gelungenem Balanceakt zwischen Abgeschlossenheit und Offenheit. Für das MUSEUM RITTER gibt es sogar ein Vergleichsbeispiel in unmittelbarer Nähe – den glasumhüllten Kubus des neuen Stuttgarter Kunstmuseums der Architekten Hascher und Jehle. Die beiden Gebäude verhalten sich zueinander wie These und Antithese. Stuttgarts Würfel suggeriert mit seiner blitzenden Glashülle Schwerelosigkeit und Dynamik. Erst ein zweiter, innerer Kubus signalisiert mit grob gequaderten Kalksteinwänden Dauer und Solidität. Das Museum in Waldenbuch bezieht mit seiner glatten und festen Steinhaut eine deutliche Position im Raum. Gleichzeitig schuf Max Dudler für das MUSEUM RITTER ein subtiles Spiel der Geometrien, in dem das Quadrat zwar seinen festen Platz, das Trapez aber das eigentliche Sagen hat. Beide Gebäudeflügel folgen in ihrem Grundriss der Trapezform, ebenso wie die ebenfalls trapezförmig geschnittene Passage, die den Hauptkubus zweiteilt.

Entsprechend dem Sammlungsschwerpunkt geometrisch-abstrakter Kunst orientieren sich Grundriss und Aufriss sowie die Fassaden an den geometrisch klaren Formen wie Quadrat (Gesamtgrundriss), Trapez (Grundrisse der beiden Flügel und der PAssage) und Rechteck (Fassaden und Fenster). Besonderes Augenmerk hat der Architekt auch auf die Lichtplanung gelegt. Für die Präsentation der Kunstwerke sind überwiegend von oben beleuchtete Ausstellungsräume gewählt. Im Obergeschoss sorgt eine Tageslichtdecke für eine lebendige Ausleuchtung mit natürlichem Licht.

Neben dem MUSEUM RITTER ist in dem neuen Gebäude das Besucherzentrum der Firma Ritter Sport untergebracht. Die Komposition des Gebäudes ermöglicht es, diese Funktionen voneinander zu trennen, während zugleich ein homogener Baukörper entsteht, der sich sockellos und mit quadratischer Grundfläche aus der Landschaft erhebt und gleichzeitig beide Teile angenehm verbindet.
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