Museum Ritter Museum Ritter
English Version
Newsletter
François Morellet- Die Quadratur des Quadrats
(17.05. - 27.09.2009)
Das MUSEUM RITTER auf Reisen
(28. Mai 2009 - 25. Juni 2009)
Gastspiel
(26.10.08 - 26.04.09)
Kirstin Arndt
Biographie Kirstin Arndt
Filderbahnfreundemöhringen ffm
Biographie Filderbahnfreundemöhringen FFM
(Arbeit)2, 2008
Heinz Gappmayr
Biographie Heinz Gappmayr
rosalie
Biographie rosalie
Timm Ulrichs
Biographie Timm Ulrichs
Alighiero Boetti
(26.10.08 - 26.04.09)
Werner Bauer
(18.05.08 - 28.09.08)
Bildertausch 3
(18.05.08 - 28.09.08)
Neue Freunde
(28.10.2007 - 20.4.08)
Geneviève Claisse
(28.10.2007 - 20.04.08)
George Pusenkoff
(06.05. - 30.09.2007)
Bildertausch 2
(06.05. - 30.09.2007)
Bewegung im Quadrat
(22.10.2006 - 15.04.2007)
Bildertausch 1
(21.05. - 03.10.2006)
Marcello Morandini
(21.05. - 03.10.2006)
SQUARE
(18.09.2005 - 23.04.2006)
Rauminszenierung von Kirstin Arndt: o.T., 2008
 
Die in Ludwigsburg lebende Künstlerin Kirstin Arndt hat eine Vorliebe für Baumaterialien und Werkstoffe des Handwerks. Sie verwendet Materialen des Alltags, die sie ihrer ursprünglichen Verwendung enthebt und einer neuen künstlerischen Bestimmung zuführt. So entfalten Kunststoffplanen, Holzpaletten oder Dachlatten in den Installationen der Künstlerin einen sonderbaren Reiz. Im skulpturalen Arrangement, das sie für die Ausstellung „Gastspiel“ entwickelt hat, werden diese Materialen systematisch entfunktionalisiert und bieten einen ungewohnten Rahmen für die Präsentation von Werken der Sammlung Marli Hoppe-Ritter.

Der Ausstellungsraum wird von einer großen Konstruktion aus zwölf handelsüblichen Dachlatten dominiert, deren Längen der Höhe des Raumes entsprechen. In dieses Gebilde hinein schiebt sich ein Zaun aus Baustellenabsperrungen, an denen Leuchtstoffröhren auf Augenhöhe befestigt sind und hinter denen vier gestapelte Holzpaletten liegen, auf die Arndt drei Kunstwerke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter abgelegt hat. Für die Rückwand schließlich sind sechs Transportpaletten zu einem quadratischen Tableau zusammengefügt, dessen Zwischenräume wiederum von weißen Leuchtstoffröhren erhellt werden, während um die Installation herum noch drei weitere Sammlungsstücke und zwei ältere Wandarbeiten der Künstlerin aus Plastikplanen hängen.

Die Anzahl der Dachlatten und ihre gleich bleibenden Längen legen nahe, dass es sich bei dem zentralen Element der Installation anfangs um einen Würfel gehandelt haben muss, der, zerdrückt und in die Länge gezogen, nichts mehr von seiner tektonischen Strenge zeigt und sich schräg in den Raum legt. Die Würfelkanten sind zu dynamischen Leitlinien geworden, die die Stereometrie des Raumes spielerisch aufbrechen, dadurch aber auch erst ermöglichen, dass Wände, Boden und Decke und die an den Wänden hängende Kunst zu Elementen der Gesamtinstallation und als solche auch wahrnehmbar werden.
Solch eine Aktivierung des Ausstellungsortes und seine Einbeziehung in das Werk sind typisch für die Installationen von Kirstin Arndt, die ihre Betrachter eher durch einen Raum lenkt, als dass sie sie mit einer materiellen Präsenz konfrontiert. Die Baumaterialien, aus denen die Installation gefertigt ist, erfüllen also weiterhin die Funktion, für die sie eigentlich gedacht sind: Das Werk ist eine Baustelle für eine konstruktive Raumidee.

Auszüge aus den Katalogtexten von Andreas Pinczewski und Gerda Ridler  
 
Werke in der Ausstellung:

o.T., 2008
Mehrteilige Installation bestehend aus folgenden Modulen:

o.T., 2008
12 Dachlatten, Metall, galvanisch versilbert
Courtesy Kirstin Arndt

o.T., 2008
2 Absperrgitter, 2 Metallklemmen, Zaunfüße, 4 Leuchtstoffröhren, Kabelbinder
Courtesy Kirstin Arndt

o.T., 2008
4 Euro-Paletten, 2 HDF Platten
Courtesy Kirstin Arndt

o.T., 2008
6 Euro-Paletten, 7 Leuchtstoffröhren, Kleineisen
Courtesy Kirstin Arndt

o.T., 2006
PVC-Plane (silber / grün), Gummiseil (schwarz)
Courtesy Kirstin Arndt

o.T., 2007
PVC-Plane (silber / grün), Metallbeschläge
Sammlung Marli Hoppe-Ritter


Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter:

Kurt Schwitters
Kaiser Friedrich Quelle (Collage) WVZ 1592, 1929

Sol Lewitt
Square, 1980

El Lissitzky
Studie (zu einer Szene der »Geschichte von 2 Quadraten«), ca. 1920

Kasimir Malewitsch
o.T., 1915

Dieter Roth
Am Rhein, 1968

Peter Zimmermann
Malewitsch, 1996

Drucken