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Rauminszenierung von Kirstin Arndt: o.T., 2008 |
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Die in Ludwigsburg lebende Künstlerin Kirstin Arndt hat eine Vorliebe für Baumaterialien und Werkstoffe des Handwerks. Sie verwendet Materialen des Alltags, die sie ihrer ursprünglichen Verwendung enthebt und einer neuen künstlerischen Bestimmung zuführt. So entfalten Kunststoffplanen, Holzpaletten oder Dachlatten in den Installationen der Künstlerin einen sonderbaren Reiz. Im skulpturalen Arrangement, das sie für die Ausstellung „Gastspiel“ entwickelt hat, werden diese Materialen systematisch entfunktionalisiert und bieten einen ungewohnten Rahmen für die Präsentation von Werken der Sammlung Marli Hoppe-Ritter.
Der Ausstellungsraum wird von einer großen Konstruktion aus zwölf handelsüblichen Dachlatten dominiert, deren Längen der Höhe des Raumes entsprechen. In dieses Gebilde hinein schiebt sich ein Zaun aus Baustellenabsperrungen, an denen Leuchtstoffröhren auf Augenhöhe befestigt sind und hinter denen vier gestapelte Holzpaletten liegen, auf die Arndt drei Kunstwerke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter abgelegt hat. Für die Rückwand schließlich sind sechs Transportpaletten zu einem quadratischen Tableau zusammengefügt, dessen Zwischenräume wiederum von weißen Leuchtstoffröhren erhellt werden, während um die Installation herum noch drei weitere Sammlungsstücke und zwei ältere Wandarbeiten der Künstlerin aus Plastikplanen hängen.
Die Anzahl der Dachlatten und ihre gleich bleibenden Längen legen nahe, dass es sich bei dem zentralen Element der Installation anfangs um einen Würfel gehandelt haben muss, der, zerdrückt und in die Länge gezogen, nichts mehr von seiner tektonischen Strenge zeigt und sich schräg in den Raum legt. Die Würfelkanten sind zu dynamischen Leitlinien geworden, die die Stereometrie des Raumes spielerisch aufbrechen, dadurch aber auch erst ermöglichen, dass Wände, Boden und Decke und die an den Wänden hängende Kunst zu Elementen der Gesamtinstallation und als solche auch wahrnehmbar werden. Solch eine Aktivierung des Ausstellungsortes und seine Einbeziehung in das Werk sind typisch für die Installationen von Kirstin Arndt, die ihre Betrachter eher durch einen Raum lenkt, als dass sie sie mit einer materiellen Präsenz konfrontiert. Die Baumaterialien, aus denen die Installation gefertigt ist, erfüllen also weiterhin die Funktion, für die sie eigentlich gedacht sind: Das Werk ist eine Baustelle für eine konstruktive Raumidee.
Auszüge aus den Katalogtexten von Andreas Pinczewski und Gerda Ridler |
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Werke in der Ausstellung:
o.T., 2008 Mehrteilige Installation bestehend aus folgenden Modulen:
o.T., 2008 12 Dachlatten, Metall, galvanisch versilbert Courtesy Kirstin Arndt
o.T., 2008 2 Absperrgitter, 2 Metallklemmen, Zaunfüße, 4 Leuchtstoffröhren, Kabelbinder Courtesy Kirstin Arndt
o.T., 2008 4 Euro-Paletten, 2 HDF Platten Courtesy Kirstin Arndt
o.T., 2008 6 Euro-Paletten, 7 Leuchtstoffröhren, Kleineisen Courtesy Kirstin Arndt
o.T., 2006 PVC-Plane (silber / grün), Gummiseil (schwarz) Courtesy Kirstin Arndt
o.T., 2007 PVC-Plane (silber / grün), Metallbeschläge Sammlung Marli Hoppe-Ritter
Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter:
Kurt Schwitters Kaiser Friedrich Quelle (Collage) WVZ 1592, 1929
Sol Lewitt Square, 1980
El Lissitzky Studie (zu einer Szene der »Geschichte von 2 Quadraten«), ca. 1920
Kasimir Malewitsch o.T., 1915
Dieter Roth Am Rhein, 1968
Peter Zimmermann Malewitsch, 1996
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