Friedrich Vordemberge-Gildewart
Composition No 188, 1952

Öl auf Leinwand 50 x 70 cm


Friedrich Vordemberge-Gildewart gehört zu den wenigen Künstlern, die von Anfang an geometrisch-abstrakt gearbeitet haben. Nach einem Studium der Innenarchitektur, der Architektur und der Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule und der Technischen Hochschule in Hannover trat er 1923/24 als Künstler auf den Plan. Von Hannover aus, einem damals bedeutenden Zentrum progressiven Kunstschaffens, kam er rasch in Berührung mit dem russischen Konstruktivismus, dem Bauhaus und der holländischen De Stijl-Gruppe, deren Mitglied er 1925 wurde. 1927 zählt er zu den Gründungsmitgliedern der ortsansässigen Gruppe «die abstrakten hannover». Wenige Jahre später wird er Mitglied der Pariser Vereinigung Cercle et Carré (1930) und Mitbegründer der Künstlergruppe Abstraction-Création (1932).
Im Laufe seiner fast 40-jährigen Künstlerlaufbahn hat Vordemberge-Gildewart nach eigener Zählung nur 222 Gemälde geschaffen, die er zunächst Konstruktionen und später dann Kompositionen nannte. Hinzu kommen etliche Zeichnungen, Collagen, Druckgrafiken und Aquarelle sowie einige Entwurfsarbeiten aus den Bereichen Baugestaltung und Typografie. Vordemberge-Gildewart war ein eher intuitiv arbeitender Künstler, der seine Konkrete Malerei weder ideologisch untermauerte noch einer mathematisch-wissenschaftlich begründeten Regelgläubigkeit unterwarf. Dennoch bestechen seine Werke durch eine große Klarheit und ein ausbalanciertes Gleichgewicht der Bildteile.

 


1899 geboren in Osnabrück  
1962 gestorben in Ulm