Aurélie Nemours
La Nuit de Baudelaire, 1973

Öl auf Leinwand, 60 x 60 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

 

 


1910 geboren in Paris  
2005 gestorben in Paris


Seit 1953, nach der Beschäftigung mit der Kunst Mondrians, gibt es in Nemours Gemälden fast keine gekrümmten Linien mehr. Sie beschränkt sich auf Formen mit rechten Winkeln, die im Bild rahmenparallel angeordnet werden.
Für Aurélie Nemours ist die Farbe das zentrale gestalterische Mittel. Sie setzt die Form mit der Farbe gleich, beide sind also identisch miteinander. In ihrem späteren Bestreben, die Farbe von der Form völlig zu lösen, erinnert ihr künstlerisches Konzept an Lohse. Doch im Gegensatz zu dessen Streben nach Harmonie vermeidet Nemours jedes Befolgen von Farbgesetzmäßigkeiten, um eine lediglich »dekorative« Wirkung zu vermeiden. Wichtige Inspirationsquelle für die Künstlerin ist die Leere, in der sie eine Energie sieht, die Bedingung ist für das Leben und für die Kunst. Die Existenz der Leere gibt dem Individuum die Möglichkeit, sich selbst – oder ein Kunstwerk – zu gestalten, und so ein Vakuum mit eigener Kreativität zu füllen.