Inge Gutbrod vor ihrem Werk:
"sunny honey", 2007

Leuchtkasten mit Wachsfliesen,
228 x 228 x 23 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2015

 

 

 

 

1963 geboren in Nürnberg
lebt und arbeitet in Fürth


Die Kunst von Inge Gutbrod ist leuchtend oder schimmernd matt, farbig oder weiß in tausend Tönen, handlich oder monumental, Bild, Skulptur oder Architektur, aber immer eins: aus Wachs. Das industriell hergestellte, farbneutrale und geruchlose Paraffin ist der bevorzugte Arbeitsmittel der Nürnberger Künstlerin. An diesem Werkstoff schätzt Inge Gutbrod die Neutralität, die vielfältige Verwertbarkeit und die Möglichkeit, das Material zu schmelzen, zu färben und unterschiedlich zu formen. Aber besonders wichtig ist der Künstlerin die Lichtdurchlässigkeit des Stoffes. Das Durchscheinende des Paraffins ist bildnerisches Gestaltungs¬element ihrer begehbaren Skulpturen wie auch ihrer Wachsobjekte.
 
„Sunny Honey“ ist der Titel des großen Leuchtkastens mit 256 quadratischen Wachsfliesen. Die Größe der Fliesen entspricht genau jener von herkömmlichen Küchenfliesen. Jede einzelne Fliese wurde speziell eingefärbt und von Hand gegossen. Bedingt durch diesen Herstellungsprozess entstehen unterschiedliche und individuelle Oberflächenstrukturen, die jeder einzelnen Wachsfliese einen organisch anmutenden Charakter verleihen. Das bildet einen reizvollen Kontrast zur strikten geometrischen Anordnung der einzelnen Module.
In dem mit Kaltlichtlampen beleuchteten Bildkasten dominieren warme Rot-, Gelb- und Orange-Töne, die den umliegenden Ausstellungsraum in eine angenehme warme und sinnliche Atmosphäre tauchen.