Adolf Fleischmann
ohne Titel (B 43,11), 1943

Gouache auf Bütten
31,4 x 47,8 cm

 

 

1892   born in Esslingen  
1968   died in Stuttgart  

 

Diese Gouache gehört zu den wenigen Arbeiten, die im für Adolf Fleischmann sehr harten Jahr 1943 entstanden sind. Der Nazigegner und Kriegsdienstverweigerer war nach Frankreich geflohen. Dort wurde er jedoch der Spionage verdächtigt, so dass er sich in Südfrankreich verstecken musste.
Intensiver mit der Abstraktion hat sich der Künstler schon ab 1936 beschäftigt. In den geschwungenen Formen der Anfangsjahre wird u. a. der Einfluss von Kandinsky und Miró spürbar. Angeregt durch den orphischen Kubismus seines Freundes Robert Delaunay findet Fleischmann um 1934 zu flächenfüllenden Farbklängen, die auf jede metaphysische oder symbolische Bedeutung verzichten.
Alle Werke, die im Jahr 1943 entstanden sind, zeichnen sich aus durch eine äußerst klare Farb- und Formgebung. Spannungsreiche Kontraste und eine dynamische Komposition suggerieren auf- und absteigende Bewegungen im Raum. Diese Bilder sind von großer Bedeutung für Fleischmanns geometrisches Spätwerk.