Regine Schumann - black box

 

9. Oktober 2010 bis 1. Mai 2011

Ausstellungskonzeption:
Regine Schumann und Dr. Barbara Willert

In Regine Schumanns Kunst geht es um die Interaktion von Farbe, Licht, Material und Raum.
Für ihre Wand- und Bodenarbeiten verwendet sie fast immer Werkstoffe, die selbstständig leuchten, sobald Ihnen Lichtenergie zugeführt worden ist. Fluoreszierendes Acrylglas ist ihr bevorzugtes Material; aber auch mit Schnüren aus Leuchtkunststoff hat sie in den vergangenen Jahren häufig gearbeitet. Aus diesen Werkstoffen konstruiert die Künstlerin in perfekter Geometrie rechtwinklige Bildkästen und gleichmäßig gebogene Formen, oder sie häkelt daraus große, flächige Wand- und Bodenobjekte von elementarer Grundstruktur.

In ihrer Auseinandersetzung mit Farbe und Farbräumen ist Regine Schumann Malerin, wenn auch nicht im klassischen Sinn, denn sie bricht gängige Vorstellungen durch ungewohnte Konzepte und Techniken auf. Farbe und Material bilden in ihren Arbeiten eine untrennbare Einheit. So geben die vorab industriell eingefärbten Werkstoffe ein Farbspektrum vor, aus dem die Künstlerin nach Belieben auswählt. Nicht selten entstehen daraus mehrteilige Serien, in denen sich ganze Farbpaletten spiegeln.

 

Ihre ganze Leuchtkraft entfalten Regine Schumanns Arbeiten immer dann, wenn sie mit Schwarzlicht bestrahlt werden. Zwar funktioniert ihre Kunst auch bei gewöhnlichem Tages- oder Kunstlicht, doch erst die ultraviolette Strahlung, umgangssprachlich auch Schwarzlicht genannt, verwandelt ihre Werke in stark leuchtende, raumgreifende Farbkörper von faszinierender Schönheit.

Ort der Präsentation im Museum Ritter war der große, fensterlose Ausstellungssaal im Erdgeschoss. Ganz in Schwarzlicht getaucht wurde er zur „black box“, zum dunklen, in sich geschlossenen System, in dem die Exponate ihre ganze sphärische Pracht optimal entfalten können. Zu sehen war eine repräsentative Auswahl an Werken der vergangenen Jahre, darunter mehrere geometrische Wandobjekte aus Acrylglas sowie einige großformatige Häkelarbeiten aus Leuchtschnüren. Mit dabei waren auch Arbeiten von Regine Schumann, die erstmals öffentlich ausgestellt wurden.

 

 

Abbildungen von links oben nach rechts unten:
Ausstellungseinblick "black box", 2010
Regine Schumann, fächern, 2008
beide Abbildungen © VG Bild-Kunst, Bonn 2010